Dienstag, 29. November 2011

Der Winter kommt

Und wieder sind ein paar Wochen vergangen. Der Winter steht vor de Tür, man merkt es. Es ist jetzt nicht nur noch früher dunkel - am Sonntag abend hat es zum ersten Mal geschneit.
Einige Herrschaften aus Kulturen, die die keinen Schnee kennen (also hauptsächlich Texas und England) hatten ja den fingerdicken Raureif schon für Schnee gehalten. Und schon häuften sich die ersten Beschwerden, dass fahrradfahren nun viel zu gefährlich sei. Naja, wer's nicht kann...
Jedenfalls hat es jetzt wirklich geschneit. Es ist zwar immer noch viel zu warm, nämlich 5-10° (und die Vorhersagen, die für nächstes Wochenende einen Temperatursturz gesehen haben, werden auch stündlich geändert), aber ein wenig ist liegen geblieben. Ein leichter Vorgeschmack also auf das, was noch kommt.
Wieder einmal habe ich eine Woche damit zugebracht, einen Essay zu schreiben, diesmal für den zweiten Kurs, über die "rechtliche Struktur von Bürgerkriegen". Es gab ein wenig Konfusion was die Organisation anging, aber erstmal habe ich es hinter mir, gestern habe ich ihn eingereicht.
Eigentlich wollte ich ja den Sonntag entspannt mit einem Besuch des Weihnachtsmarktes am Schloss mit abschließendem Feuerwerk verbringen. Was soll ich sagen? Es war traurig. Nicht nur, dass das Feuerwerk und die "Lucia-Krönung" (wer schonmal vorlernen will http://de.wikipedia.org/wiki/Luciafest, ansonsten gibt es in 2 Wochen mehr dazu, und ein paar Bilder) wegen des starken Windes abgesagt wurden, auch der Weihnachtsmarkt selbser , entschuldigt bitte, erbärmlich. Drei Ständer mit selbstgestrickten Handschuhen und zwei mit Silberschmuck, das ist zwar nett, aber leider kein Weihnachtsmarkt. Wie gut, dass ich mich am Wochenende nach Stockholm aufmachen werde, um im Freilichtmuseum Skansen zum Weihnachtsmarkt zu gehen...
Übrigens bin ich auch wieder gereist: Vor einer Woche habe ich einen Abstecher nach Oslo gemacht. Es war der Jahreszeit entsprechend kalt und grau, und ich muss zugeben, dass ich die Stadt selber nicht besonders beeindruckend finde. Aber ich muss zugeben, dass sie kulturell ein bisschen zu bieten hat: Berühmt ist der Park, der das Lebenswerk des Bildhauers Gustav Vigeland bildet. Ich weiß nicht, was den Mann motiviert hat, und ich habe unten auch nur eine sehr kleine Auswahl angehängt, aber irgendetwas musste er verarbeiten. Wir haben uns eine Weile mit Interpretationsversuchen beschäftigt, es aber irgendwann aufgegeben.
Ansonsten gibt es natürlich die Nationalgallerie mit den berühmten Munch-Bildern oder die Museen rund um die Seefahrt: Das Wikingerschiff-Museum mit zwei komplett und einem teilweise erhaltenen Schiff, das Kon-Tiki Museum über die Expeditionen Thor Heyerdahls, das Fram-Polarschiff-Museum, und so weiter. Ihr seht, wir haben viel Zeit damit verbracht, und so war es doch eine interessante kleine Reise. Und vielleicht mache ich ja nochmal eine kleine Norwegenreise, wenn das Frühjahr naht, und werde mir Oslo nochmal in einer anderen Jahreszeit anschauen.
Wenn das Budget es zulässt, denn selbst im Vergleich zu Schweden ist Norwegen teuer. Ich hatte nicht gedacht, dass es soviel ist, aber es stimmt. Man muss für Sachen teilweise mehr Norwegische Kronen bezahlen als hier Schwedische. Und das bei den Kursen...
Aber hier erstmal ein paar Bilder aus Oslo:
Das Rathaus. Prädikat: episch hässlich.

Vigeland-Park. Das Tor.

Vigeland-Park: Ja, es war neblig, und nein, ich weiß nicht, was der Mann mit seinen Skulpturen ausdrücken wollte. Hier nur eine kleine Auswahl.










Und Wikingerschiffe...



Ein Wahrzeichen?

Festung Akershus.
Also dann, soviel für heute.
Bis bald.

Mittwoch, 9. November 2011

Herbststimmung

Hallo zusammen,
es ist zwar nach wie vor viel zu warm für die Jahreszeit, aber der Winter kommt, da gibt es keinen Zweifel. Wenn es tagsüber grau und kühl ist, und um 16:00 dunkel, dann kommt jene besondere Herbststimmung auf; und da sich heute auch ein dichter Nebel über die Stadt legte, habe ich versucht, die Stimmung fotografisch umzusetzen. Ich hoffe, es gefällt euch.













Gerne hätte ich euch auch das Lichtermeer präsentier, zu dem der große Friedhof zu Allerheiligen (in Schweden am letzten Samstag) geworden sein muss. Leider habe ich dieses Fest verpasst, da ich mit der Bigband in Turku, Finnland war. Von der Stadt habe ich nicht viel gesehen, wir haben viel Musik gemacht, gefeiert und viel Spaß gehabt. Und eins muss ich sagen: Das Klischee der feierwütigen Finnen hat sich für mich bestätigt.
Also dann, einen schönen Abend noch.

Donnerstag, 3. November 2011

Ein Gedanke am Rande

vor einer halben Stunde setzte ich mich an den Küchentisch, um eine großzügige Portion Spaghetti Carbonara ihrer Bestimmung zuzuführen, und was musste ich sehen? Uppsala Nya Tidning titelt, dass sich die Stadt "im Sturmschritt" auf die 200.000 Einwohner-Marke zubewegt. Das ist natürlich nicht nur eine schöne Zahl, sondern ist auch die Grenze für den offiziellen "Storstad", also Großstadt-Status. Als vierter Stadt im Land wird Uppsala nun diesem exklusiven Club beitreten, nach Stockholm, Göteborg und Malmö. Richtig, ist gibt bislang nur drei Großstädte. In einem Land mit einer Bevölkerungsdichte von knapp 21 Menschen/km² (zum Vergleich, Brandenburg hat 85) verwundert das sicher nicht.
Interessant ist, dass der internationale Standard bei 100.000 liegt, was aber zu erschreckenden Auswüchsen führt. Zum Beispiel dass sich Trier seit der quasi-Zwangseinbürgerung tausender Studenten Großstadt nennen darf. Also mal ehrlich, Trier? Das kommt in der Liste noch hinter Moers.
Jetzt wirft man mir bestimmt wieder vor, ich würde gehässig gegen meinen Studienort zu Felde ziehen. Aber ich weiß, dort hat man Humor. Wie sonst ließe sich die Inschrift an der Steipe erklären...
Ich erkläre außerdem den Rücktritt von allen Ämtern, die durch diese Aussage beschädigt worden sein könnten.

Gute Nacht, und viel Glück.

Mittwoch, 2. November 2011

Mea culpa

Hallo zusammen, lange habe ich nichts von mir hören lassen.

Warum? Nichts erlebt?
Nun ja, der Alltag ist eingekehrt. Mittlerweile ist mein erster Kurs in diesem Semester vorbei. Drei Essays habe ich geschrieben und Gerichts-und Vertragsverhandlungen simuliert.
Jetzt geht es in die nächste Runde "Legal Structures of Civil Wars" und "Modern Nationbuilding". Klingt jedenfalls spannend.
Fester Bestandteil meiner Freizeitgestaltung ist mittlerweile auch "kapellet", die Bigband meiner Nation. Einmal habe ich bisher auf der Bühne gestanden, bei der "Rückwärts-Gasque", bei der alles (von der Menü- bis zur Liedfolge) umgedreht wird, außerdem mussten die meisten Gäste ihre Gedecke im ganzen Raum zusammensuchen. Außerdem herrschte Kostümpflicht, Motto "Unter dem Meer" (zum Glück nicht für die Band, wir durften im Anzug spielen). Ich bin froh, dass ich die Band gefunden habe, es würde mir doch wirklich etwas fehlen...
Nächstes Wochenende geht es auf "Tournee" nach Turku in Finnland.

Der Herbst hat auch Einzug gehalten. Nach einigen wirklich "goldenen" Oktobertagen ist es nun grau und kalt geworden. Der erste Nachtfrost war da, jetzt ist es wieder etwas wärmer. Aber die Tatsache, dass es nun um 17:00 stockdunkel ist (wie gut, dass ich meine Joggingstrecke im Wald so gut kenne, und dass sie so einfach ist), zeigt deutlich, dass die helle Jahreszeit vorbei ist. Es folgt der lange, dunkle Winter.
Und so nimmt auch die Reiseaktivität natürlich ab.
Im September habe ich noch ein Wochenende auf Finnnhamn, einem Inselchen in den Stockholmer Schären verbracht. Es war eigentlich perfekt, der Spätsommer hat warmes Wetter und eine sternenklare Nacht gebracht, aber die vielen Besucher, die im Sommer da sind, waren weg. So konnten wir wandern und die Umgebung genießen.
Ansonsten bin ich in Uppsala geblieben. Es gab viel zu tun, die Essays wollten geschrieben und der Auftritt gespielt werden, außerdem fand letzte Woche das Kutzfilmfestival statt.
Anscheinend ein letztes Aufbäumen der örtlichen Kultur gegen die Wintermüdigkeit.
Mein persönliches Rezept? Dagegen anlaufen und heute abend zum Choclate Tasting in meiner Nation gehen.
Nicht zu vergessen natürlich der erste Besuch aus der Heimat am letzten Wochenende. Danke, ihr beiden, ich habe mich gefreut. Ihr hattet hoffentlich auch ein paar schöne Tage - könnte ja im Frühjahr nochmal wiederkommen und die etwas belebtere Seite kennenlernen...

Ansonsten lebe ich hier ganz gemütlich vor mich hin und genieße meine Zeit.
Ich halte euch auf dem Laufenden.

Und zum Abschluss noch ein paar Fotos:

Die Festung von Waxholm - Fährhafen für die Schären

Auf Finnhamn, nach Erstürmung eines bestimmt unglaubliche 1o m hohen Gipfels

...und die zugehörige SIcht von oben

Dafür war es nun wirklich zu kalt - ich habs versucht.

Was soll man dazu sagen...

...romantisch, oder?

Der Herbst bricht ein in Uppsala


Und auch in Stockholm, und schon bekommt das Männchen einen wärmenden Schal

bei genauer Betrachtung sieht man, dass die stacheligen Teile Elchschaufeln sind. Diese Bronzekopie steht in Gamla Stan, das Original in der Storkyrkan

Stockholm :-)