Freitag, 20. April 2012
Ostern
So richtige Osterferien hatte ich ja nicht. Aber doch ein paar freie Tage, die ich natürlich nutzen wollte. Eigentlich hatte es ja nach Göteborg oder Gotland gehen sollen, aber das war leider schon ausgebucht. Aber zum Glück gibt es ja noch eine Alternative: Die Stadt Uppsala betreibt etwa 20 km außerhalb ein Naherholungsgebiet, Fjällnora. Einige Hütten und ein kleiner Hof umgeben von Seen und Wald. Dazu Wanderwege, Grillplätze und selbstverständlich die Sauna. Ist das nicht perfekt, um das anstrengende Großstadt-Studentenleben hinter sich zu lassen und einfach nur ein paar Tage zu entspannen?
Also, Leute überredet, zwei Hütten gebucht und los. So haben wir also ein paar Tage mit Wandern, grillen, saunieren und schlafen verbracht, das alles in einer kleinen roten Hütte mit Blick auf den See. Es war fast wie Sommer, nur in kalt...aber ein schöner Kurzurlaub.
Danach begann die Besuchssaison: Als erstes der Besuch der Eltern; meinen Geburtstag haben wir in Uppsala verbracht, uns die lokalen Sehenswürdigkeiten angeschaut und einen schönen Tag verbracht. Außerdem habe ich es dann tatsächlich mal ins Stockholmer Stadthaus, in die Oper und ins Fotografiska Museet geschafft. Gleich im Anschluss kam dann der nächste Besuch aus Deutschland. wer will sonst noch vorbeikommen?
Jetzt schaue ich gerade aus dem Fenster und ärgere mich über den Schnee, der schon wieder fällt; kalt, wässrig und hässlich. Außerdem spielt irgendjemand im nächsten Stockwerk wieder viel zu laut schlechte Popmusik. Na toll.
Jetzt muss ich leider gleich wieder los, mein Fahrrad aus der Reparatur holen. Es ist ein Opfer der Unfähigkeit vieler Menschen hier geworden, Fahrradwege, Fußwege und Autospuren auseinanderzuhalten, diese in richtiger Richtunge zu befahren und ihr Verkehrsumfeld warzunehmen. Ja, ich bin schnell gefahren, und nein, es war nicht meine Schuld dass wir aufeinandergeprallt sind...aber immerhin ist niemand verletzt worden.
Heute abend geht es dann auf ein internationales "Potluck" in meiner Nation, also jeder bringt ein Gericht aus seinem Land und dann wird getauscht. Daher: Käsespätzle machen.
Man sieht sich,
Ulfert
Montag, 2. April 2012
ein neuer Monat
Hallo zusammen,
ja, ich lebe noch. Es war viel los im letzten Monat, nicht für alles ist hier Platz, aber ein bißchen erzählen kann ich doch. Nein, ich werde mich nicht allzu sehr über das Wetter auslassen (es war - und ist - apriltypisch, innerhalb von Stunden wechselt es von sommerlich warm zu Schneesturm).
Ich habe wieder mehrere Auftritte gespielt, in der Nation genauso wie in einem Jazzclub hier in Uppsala, hatte Besuch aus Deutschland, habe gefeiert und auch studiert. Einen weiteren Kurs habe ich erfolgreich abgeschlossen, und einen neuen begonnen, diesmal geht es um vergleichende Rechtsgeschichte. Ist bis jetzt ganz spannend.
Ein Highlight war sicherlich der traditionelle "Wintersport"-Wettbewerb zwischen 3 Nationen. Eis-Kunstlauf auf einer halbgefrorenen Wiese, Sackhüpfen auf einer gefrorenen Böschung, Luftmatratzen-Rodeln (sie wurden eingeölt, weil nicht genug Schnee lag) und Tauziehen. Klingt gefährlich, ist es auch. Verletzt hat sich aber keiner, und alle hatten riesig viel Spaß.
Der Schnee war übrigens ein paar Tage später komplett weggeschmolzen, in den letzten Tage fällt aber immer wieder etwas nach. Halten kann es sich zum Glück nicht.
Einen der schönen warmen Tage (es ist schon wieder zwei Wochen her, wo ist die Zeit hin?) habe ich für eine Tagestour nach Västerås genutzt. Das ist die sechstgrößte Stadt Schwedens. Man war seinerzeit groß im Erzhandel, und man sieht es noch am großen Dom, dem alten Kirchviertel mit seinen niedlichen kleinen und bunten Hütten, dem Schloss und dem beeindruckenden Rathaus. Trotzdem ist es aus meiner sicht eine entspannte Kleinstadt, auf jeden Fall einen Abstecher wert.
Wer sich übrigens für einen Blick auf schwedische Sprache, Kultur und Eigenheiten aus der Sicht eines Außenstehenden interessiert, dem lege ich den neuseeländischen Comedian Al Pitcher ans Herz. Letzten Mittwoch waren wir mit 15 internationalen Studenten meiner Nation in seiner Show im Södra Teater in Stockholm. Und was soll ich sagen, der Mann hat recht.
Gibts noch Fragen?
Ansonsten verabschiede ich mich für heute. Eine Vorlesung wartet.
ja, ich lebe noch. Es war viel los im letzten Monat, nicht für alles ist hier Platz, aber ein bißchen erzählen kann ich doch. Nein, ich werde mich nicht allzu sehr über das Wetter auslassen (es war - und ist - apriltypisch, innerhalb von Stunden wechselt es von sommerlich warm zu Schneesturm).
Ich habe wieder mehrere Auftritte gespielt, in der Nation genauso wie in einem Jazzclub hier in Uppsala, hatte Besuch aus Deutschland, habe gefeiert und auch studiert. Einen weiteren Kurs habe ich erfolgreich abgeschlossen, und einen neuen begonnen, diesmal geht es um vergleichende Rechtsgeschichte. Ist bis jetzt ganz spannend.
Ein Highlight war sicherlich der traditionelle "Wintersport"-Wettbewerb zwischen 3 Nationen. Eis-Kunstlauf auf einer halbgefrorenen Wiese, Sackhüpfen auf einer gefrorenen Böschung, Luftmatratzen-Rodeln (sie wurden eingeölt, weil nicht genug Schnee lag) und Tauziehen. Klingt gefährlich, ist es auch. Verletzt hat sich aber keiner, und alle hatten riesig viel Spaß.
Der Schnee war übrigens ein paar Tage später komplett weggeschmolzen, in den letzten Tage fällt aber immer wieder etwas nach. Halten kann es sich zum Glück nicht.
Einen der schönen warmen Tage (es ist schon wieder zwei Wochen her, wo ist die Zeit hin?) habe ich für eine Tagestour nach Västerås genutzt. Das ist die sechstgrößte Stadt Schwedens. Man war seinerzeit groß im Erzhandel, und man sieht es noch am großen Dom, dem alten Kirchviertel mit seinen niedlichen kleinen und bunten Hütten, dem Schloss und dem beeindruckenden Rathaus. Trotzdem ist es aus meiner sicht eine entspannte Kleinstadt, auf jeden Fall einen Abstecher wert.
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| Ein typischer Zaun im örtlichen Freilichtmuseum |
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| und was ein richtiges Dorf ist hat natürlich auch seinen Mittsommer-Pfahl |
Wer sich übrigens für einen Blick auf schwedische Sprache, Kultur und Eigenheiten aus der Sicht eines Außenstehenden interessiert, dem lege ich den neuseeländischen Comedian Al Pitcher ans Herz. Letzten Mittwoch waren wir mit 15 internationalen Studenten meiner Nation in seiner Show im Södra Teater in Stockholm. Und was soll ich sagen, der Mann hat recht.
Gibts noch Fragen?
Ansonsten verabschiede ich mich für heute. Eine Vorlesung wartet.
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