Dienstag, 13. Dezember 2011

Kampf der Dunkelheit!

Was macht man, wenn sich der Winter über das Land legt, die Sonne kaum eine handbreit über den Horizont steigt und der Frühling noch weit weg ist? Genau, man zündet möglichst viele Lichter an. Zum Beispiel mit dem Feuerwerk am Sonntag, aber auch besinnlicher mit Kerzenschein und Gesang. Heute ist der Tag von St. Lucia, der Leuchtenden, besonders gefeiert in Schweden. In vor-gregorianischer Zeit lag er auf der Wintersonnenwende, und ist daher geprägt von Lichtriten. Jungen und Mädchen in weißen Gewändern ziehen in Prozessionen durch die Stadt, jeder Kindergarten, jede Schule und jede Studentennation hat eine eigene, und vorneweg geht "Lucia", mit einer Krone mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Dabei wird natürlich gesungen. Ein schöner Brauch.
Begonnen haben wir den Tag mit traditionellem Milchreis-Frühstück deutlich vor Sonnenaufgang, gegen Abend werde ich mir die erwähnten Prozessionen anschauen.








 Hier sieht man die Krönung der "offiziellen" Lucia der Stadt am vergangenen Sonntag, die in den letzten Wochen von den Lesern der Uppsala Nya Tidning gewählt wurde. Alle Kandidatinnen entsprachen in irgendeiner Weise dem Klischeebild.





Und hier unser kleiner, ganz privater frühstücksbegleitender Lucia-Gesang, freundlich zur Verfügung gestellt von Gotlands Nation. 






 Natürlich markiert der Tag auch eine Art Halbzeit im Advent, und war somit Gelegenheit, wieder eine Gasque zu veranstalten (statt Weihnachten), diesmal eine Mischung aus Kerzenschein und Karnevalsstimmung. Natürlich haben wir auch dieses Mal wieder auf der After-Show Party für die Live-Musik gesorgt:






Und auf der Abschiedfeier für diejenigen Austausch-Studenten, die jetzt nach einem Semester wieder abreisen, da viele nach Weichnachten gar nicht wiederkommen müssen:

Was gabs noch? Ach ja, ein Besuch im Schwimmbad, ein Innebandy-Spiel, (das ist eine Art Hockey in der Halle, eine der wichtigen Sportarten in Schweden), und ein Besuch im Freilichtmuseum Skansen in Stockholm mit Weihnachtsmarkt.
Überall merkt man, dass der Schnee fehlt. Mir wurde versichert, dass es letztes Jahr um diese Zeit -20° hatte, im Moment ist es kaum unter Null. Die Folge sind durch glattgeriebenen, angeschmolzenen und wieder festgefrorenen Matsch spiegelglatte Wege; das bißchen Schnee, dass sich schon gezeigt hat, aber kaum 24 Stunden blieb, ließ erahnen, was für ein Gewinn eine überschneite Landschaft wäre. Endlich etwas weniger grau und mehr Licht. Nun, der Wetterbericht ändert sich mehrmals am Tag, sodass ich aufgegeben habe, an bestimmten Tagen mit Schnee zu rechnen. Hauptsache im Norden liegt welcher, wir werden ihn für unsere Weihnachts-Tour brauchen.
Und damit verabschiede ich mich, ich muss wieder an die Arbeit. Die letzte Uni-Woche läuft, außerdem werde ich heute Abend im Nationssport eine kurze Einführung ins Judo abhalten. Das braucht noch ein wenig Vorbereitung.
In diesem Sinne, viel Spaß, und auf bald.





Tomte-Dekoration in einem Stockholmer Kaufhaus



Einheimische Fauna im Freilichtmuseum Skansen, Stockholm.







"Kinderwagen-Parkplatz"

Stockholm am Nachmittag

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