Guten abend.
Heute hatte ich ein Erfolgserlebnis. Ich musste dringend zum Friseur, und habe dann auch einen gefunden. Soweit, so unspannend. Das wirklich wichtige ist, dass ich den ganzen Vorgang auf schwedisch abgewickelt habe, nicht ein englisches Wort kam über meine Lippen. Und ich habe sogar ungefähr das bekommen, was ich haben wollte (also einen Haarschnitt). Das ist doch einen Applaus wert, oder?
Außerdem habe ich gestern eine Entscheidung getroffen, die mein Leben verändern wird. Ich bin nun stolzes Mitglied der Östgöta Nation! Was mich dazu bewogen hat? Die beste Bigband der Stadt, von der ich noch nicht weiß, ob ich mitspielen darf, eine Krav Maga Gruppe, die genau zur gleichen trainiert (als Alternative sozusagen, es muss ja nicht immer Judo sein), die Laufsportgruppe (wenigstens sollte ich mit machen dürfen. Wobei, eigentlich laufe ich viel lieber allein) und das all you can eat/drink Waffel+Kaffee-Buffet. Ist das nichts? Nein, im Ernst, natürlich habe ich mehrere Nationen besucht und ausprobiert und diese hat einfach neben den (für mich) interessantesten Aktivitäten ein angenehmes Ambiente und eine angenehme Größe - 2600 Mitglieder, das ist Durchschnitt. Mal sehen, was sich da so entwickelt.
Heute hat sich der Sommer noch einmal zurückgemeldet, und so habe ich mich auf mein Fahrrad - auch bekannt als Hell's Chopper, ich werde demnächst mal ein Bild machen, bevor es wieder mal Teile verliert - gesetzt, und bin nach Gamla Uppsala rausgeradelt. Genau das, wo ich schonmal war, diesmal habe ich aber auf das Freilichtmuseum verzichtet und mir den alten Teil angeguckt, der hauptsächlich aus 3 Hügelgräbern besteht. Um diese ranken sich einige Legenden. Man weiß nicht genau, wer da liegt. Die einen Sagen, Thor, Odin und Freya, andere sprechen von den mythologischen Ynglinga-Königen Aun, Adils und Egil. Allerdings beherbegt einer der Hügel wohl das Grab einer Frau, was beide "Theorien" infrage stellt. Genauere Befunde wird es wohl nicht mehr geben, da man nach einer Ausgrabung im 19 Jhd. die Gebeine wieder vergraben hat. Heutzutage könnte man ja wenigstens Alter und Geschlecht der Herrschaften feststellen.
Aber vielleicht ist es besser, nicht zu viel zu wissen, und den Zauber des Ortes zu erhalten. Und dass es sich bei den Bestatteten um die Angehörigen einer adligen Elite - wohl Könige - handelt steht außer Frage. Und ja, seinerzeit konnten wohl auch Frauen als Regentinnen die Königswürde haben.
So, jetzt muss ich schließen, man wartet auf mich, um der Nation der Westgoten einen Besuch abzustatten.
Beste Grüße aus Uppsala.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen